Stiftung Civil-Courage
 
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 Munir (SAID THALIB)
Schüler

Munir wurde 1965 in Indonesien geboren. Schon während seines Jurastudiums setzte er sich für den Schutz der Menschenrechte ein, die unter dem Regime des autokratisch regierenden Präsidenten Suharto systematisch verletzt wurden.

Später richtete sich sein leidenschaftliches Engagement gegen die Morde und Entführungen der indonesischen Militärs, die dafür nie zur Rechenschaft gezogen wurden. Es ist Munir und der von ihm gegründeten Menschenrechtsorganisation KONTRAS zu verdanken, dass die Weltöffentlichkeit auf diese Praxis überhaupt aufmerksam wurde. Und der junge Rechtsanwalt wusste bereits: „Unsere Möglichkeiten, Verantwortliche vor Gericht zu bringen, schrumpfen in dem Maße wie die internationale Aufmerksamkeit nachlässt.“

Einen weiteren Schwerpunkt seiner Arbeit bildeten die Zustände in Ost-Timor. Hier kam es im Zusammenhang mit einem Referendum der Vereinten Nationen im Jahr 1999 zu massiven Übergriffen der Miliz, die von der Armee gedeckt wurden.

Ein Jahr wurde der Menschenrechtsaktivist „für seinen mutigen und hingebungsvollen Kampf für Menschenrechte und die zivile Kontrolle des Militärs in Indonesien“ mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet.

Im Jahr 2004 wurde Munir Opfer eines Mordanschlags. Unbekannte hatten ihn vor seinem Abflug nach Europa mit Arsen vergiftet.

 Aung San Suu Kyi
Schüler

Während der jüngsten Demonstrationen in Birma wurde ihr Bild durch die Straßen von Rangun getragen, skandierten die Menschen ihren Namen: Aung San Suu Kyi.

Die Freiheitskämpferin wurde vor 62 Jahren in Rangun geboren. Ihr Vater engagierte sich im Widerstand gegen die britische Kolonialherrschaft und war als erster Präsident eines freien Birma vorgesehen. Kurz vor dem Ziel aber wurde er Opfer eines Attentats. Aung San Suu Kyi selbst wuchs in Indien auf, wo ihre Mutter das inzwischen eigenständige Birma als Botschafterin vertrat. Sie studierte in Delhi und Oxford und arbeitete danach in New York und Kyoto.

Ihre Rückkehr nach Birma im Jahr 1988 fällt zusammen mit den großen Unruhen, mit denen ihre Landsleute gegen das brutale Regiment des Diktators Ne Win aufbegehren. Aung San Suu Kyi muss miterleben, wie dieser Widerstand blutig niedergeschlagen wird und wie eine Militärjunta die Macht über Birma übernimmt. Daraufhin gründet sie die Nationale Liga für Demokratie (NLD), die sich – in der Nachfolge Mahatma Gandhis - den Prinzipien der Gewaltlosigkeit und des zivilen Ungehorsams verpflichtet fühlt. Zwei Jahre später erringt die NLD einen grandiosen Wahlsieg, der freilich von den herrschenden Militärs nie anerkannt wird. Stattdessen wird Aung San Suu Kyi unter Hausarrest gestellt – und das insgesamt elf Jahre lang.

Die Weltöffentlichkeit wird auf das Schicksal der Freiheitskämpferin und die brutale Militärdiktatur in Birma erst aufmerksam, als Aung Suu Kyi 1991 den Friedensnobelpreis erhält. Bezeichnenderweise kann sie selbst nicht zu Preisverleihung nach Oslo kommen – weil sie sonst fürchten müssten, auf Dauer des Landes verwiesen zu werden. Die aktuelle Demokratiebewegung in Birma beweist, dass sich eine so von ihrer Sache überzeugte Persönlichkeit wie Aung San Suu Kyi nicht einschüchtern lässt – und dass sie ihren Landsleuten auch unter den Bedingungen des jahrlangen Arrests immer noch ein Vorbild ist.

 Simone de Beauvoir
 

Vor 100 Jahren wird Simone de Beauvoir in Paris als Tochter eines Rechtanwalts geboren. Sie besucht ein katholisches Lyzeum und studiert nach dem Abitur an der Sorbonne Literaturwissenschaft und Philosophie. 1929 lernt sie Jean-Paul Sartre kennen, einen drei Jahre älteren Kommilitonen, mit dem sie eine offene Beziehung eingeht. Diese „morganatische Ehe“ hält bis zum Tode Sartres im Jahr 1980. Sechs Jahre später stirbt Simone de Beauvoir in ihrer Heimatstadt Paris.

Simone de Beauvoir gilt heute als intellektuelle Vorkämpferin der modernen Frauenbewegung. Von Anfang an interessiert sie sich für die patriarchalischen Strukturen der bürgerlichen Gesellschaft und deren Überwindung. In „Das andere Geschlecht“ geht sie schon 1949 der Frage nach, wie sich die Benachteiligung der Frau in den unterschiedlichen sozialen und kulturellen Zusammenhängen darstellt. Vehement kämpft sie dabei gegen alle Versuche, diese Benachteiligung biologisch zu begründen. Denn „Wir werden nicht als Frauen geboren. Wir werden zu Frauen gemacht.“ In den 70er Jahren engagiert sie sich in der entstehenden Frauenbewegung und wird zur Präsidentin der „Liga für Frauenrechte“ berufen. Für viele Frauen ist sie deshalb ein „Symbol für die Möglichkeit, trotz allem ein ganzes Stück selbstbestimmt und frei von Konventionen und Vorurteilen zu leben, auch als Frau.“ (Alice Schwarzer)

Darüber hinaus lehnt sie sich gegen gesellschaftliche Missstände und gegen jede kulturelle Enge auf. Zusammen mit Sartre unterstützt sie so den Aufstand der französischen Studenten im Mai 1968, wird sie zu einer leidenschaftlichen Gegnerin des Vietnamkriegs. In ihr soziales und politisches Engagement bringt sie nicht nur einen wachen Geist und eine umfassende Bildung ein – sondern auch jede Menge Civil-Courage.