Während der jüngsten Demonstrationen in Birma wurde ihr Bild durch die Straßen von Rangun getragen, skandierten die Menschen ihren Namen: Aung San Suu Kyi.
Die Freiheitskämpferin wurde vor 62 Jahren in Rangun geboren. Ihr Vater engagierte sich im Widerstand gegen die britische Kolonialherrschaft und war als erster Präsident eines freien Birma vorgesehen. Kurz vor dem Ziel aber wurde er Opfer eines Attentats. Aung San Suu Kyi selbst wuchs in Indien auf, wo ihre Mutter das inzwischen eigenständige Birma als Botschafterin vertrat. Sie studierte in Delhi und Oxford und arbeitete danach in New York und Kyoto.
Ihre Rückkehr nach Birma im Jahr 1988 fällt zusammen mit den großen Unruhen, mit denen ihre Landsleute gegen das brutale Regiment des Diktators Ne Win aufbegehren. Aung San Suu Kyi muss miterleben, wie dieser Widerstand blutig niedergeschlagen wird und wie eine Militärjunta die Macht über Birma übernimmt. Daraufhin gründet sie die Nationale Liga für Demokratie (NLD), die sich – in der Nachfolge Mahatma Gandhis - den Prinzipien der Gewaltlosigkeit und des zivilen Ungehorsams verpflichtet fühlt. Zwei Jahre später erringt die NLD einen grandiosen Wahlsieg, der freilich von den herrschenden Militärs nie anerkannt wird. Stattdessen wird Aung San Suu Kyi unter Hausarrest gestellt – und das insgesamt elf Jahre lang.
Die Weltöffentlichkeit wird auf das Schicksal der Freiheitskämpferin und die brutale Militärdiktatur in Birma erst aufmerksam, als Aung Suu Kyi 1991 den Friedensnobelpreis erhält. Bezeichnenderweise kann sie selbst nicht zu Preisverleihung nach Oslo kommen – weil sie sonst fürchten müssten, auf Dauer des Landes verwiesen zu werden. Die aktuelle Demokratiebewegung in Birma beweist, dass sich eine so von ihrer Sache überzeugte Persönlichkeit wie Aung San Suu Kyi nicht einschüchtern lässt – und dass sie ihren Landsleuten auch unter den Bedingungen des jahrlangen Arrests immer noch ein Vorbild ist. |